1. August Wanderung 2018

Tag 1: Im Nachhinein muss gestehen, dass sich meine Vorfreude auf die 5-tägige Wanderung im Berner-Oberland etwas in Grenzen hielt. Einerseits hatte ich gewisse Bedenken, dass meine Füsse so ganz ohne Wander-Training, die ganze Tour durchstehen würden und anderseits hatte ich ein Teil der geplanten Route vor Jahren bereits bereits durchwandert. Doch am Mittwochmorgen traf sich das Duzend Wanderfreunde, inklusive mir, motiviert zu der von Dario organisierten Tour am Bahnhof in Brugg. Per ÖV ging’s von dort nach Bern, Interlaken, Lauterbrunnen, Stechelberg nach Gimmelwald, wo uns Petrus mit einem kurzen, aber deftigen Platzregen empfing. Die Sonne entfaltete danach aber wieder ihre volle Energie, so dass der Aufstieg auf die Rotstockhütte einem Daueraufenthalt im Dampfbad nicht ganz unähnlich war. Nach der kurzen Pause in der Hütte zogen leider erneut dunkle Gewitterwolken auf und machten den Aufstieg auf die Sefinafurgga zu keinem wirklichen Pläsier. Dank guter Kleidung und handlichen Regenschirmen, erreichten wir die Gspaltenhornhütte nach ca. 5 Stunden aber einigermassen trocken. Als Belohnung gab es am Abend einen imposanten Sonnenuntergang, der wohl jedes 1. August-Feuerwerk in den Schatten gestellt hätte.
Tag 2: Gut gefrühstückt ging es heute morgen weiter, über die Hinterlassenschaften des Gamchigletchers, zuerst in nordwestlicher Richtung gegen die Bundalp, dann südwestlich an den schweisstreibenden Aufstieg zur Blüemlisalphütte. Die majestätisch platzierte Hütte empfing uns mit wohltuendem Sonnenschein und best gekühltem Bier ab Fass. Herrlich!
Tag 3: Schlecht geschlafen, aber gut gefrühstückt, galt es heute wieder über 1200 Höhenmeter zu vernichten. Der prachtvoll in die Bergkulisse eingebettet Öschinensee war zwar schon von weit oben gut zu sehen, aber die Oberschenkel mussten erst noch zünftig leiden, bis sie ihr erfrischendes Bad im See bekamen. Mittagessen und Service im Berghotel Öschinensee waren erstklassig, die Tauchgänge im See erfrischend und der Abstieg nach Kandersteg, ins Hotel zur Post, letztendlich nur noch eine Bagatelle.
Tag 4: Nachdem wir heute morgen Dorly, Michele, Edith und Hans verabschiedet hatten, ging unser Weg weiter via Sunnbüel, Schwarenbach, vorbei am Daubensee und Gemmipass und hinein in den weitläufigen Lämmernboden. Nach einem kurzen Aufstieg auf die neu renovierte Lämmerenhütte, empfing uns auch schon die erste Herde von Steinböcken. Eindrücklich! Trotz Vollbuchung, gab auch hier das SAC-Hüttenteam alles und zauberte uns wiederholt ein köstliches Abendessen auf den Tisch.
Tag 5: Wieder nur bedingt gut geschlafen, aber mit einer freundlichen Morgensonne im Gesicht, ging es heute über blau-weiss-blau, einem Alpinwanderweg, via Rote Totz Lücke, Chindbettipass auf den Entschligegrat (kein Schreibfehler gemäss https://map.geo.admin.ch). Die Kulisse entlang dieses Höhenwanderwegs war umwerfend und mein absoluter Favorit auf dieser 5-tägigen Tour. Aber auch hier mussten unsere Oberschenkel erneut ihr Bestes geben und, obwohl sich die Engstligenalp in der Tiefebene schon lange angekündigt hatte, erneut 800 Höhenmeter zertreten.
Fazit: Eine grossartige und bestens organisierte Tour mit einer super, tollen Crew!
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